Globale Werte und das Magische Viereck

Auf Wirtschaftsgymnasium lernte ich das Magische Viereck kennen, einem volkswirtschaftlichen Modell, nachdem sich unser Wirtschaftssystem ausrichtet. Das Zusammenspiel von Geldwertstabilität, Wirtschaftswachstum, Import/Export und Arbeitslosenquote verhält sich dabei wie ein Wackelpudding, ständig in Bewegung, weil die einzelnen Ziele sich gegenseitig widersprechen.

Das Magische Viereck, Lernstoff zukünftigen Manager:

http://www.wirtschafts-lehre.de/magisches-viereck.html

http://www.helpster.de/zielkonflikte-magisches-viereck-leicht-erklaert_62545#anleitung

http://de.wikipedia.org/wiki/Magisches_Viereck

Was nutzt denn eine Theorie, wenn sie nicht praxistauglich ist, war meine Frage.
Seit 30 Jahren lässt mich das Magische Viereck nicht mehr los. Gewinnbeteiligung, BGE und Gemeinwohlprinzip mit bürgereigenem Rating waren Meilensteine auf dem Weg das Unpassende passend zu machen. Der letzte Hinweis war der gänzliche neue Ansatz der Piraten, sich gegen eine Vollbeschäftigung auszusprechen. Die einzelnen Punkte zusammengesetzt ergeben eine ganz neue Definition des Magischen Vierecks.
Hindernisse auf dem Weg dahin war alleine schon der Name: Magisches Viereck, was hat Magie in der Ökonomie zu suchen, sagten die einen.
Magisches Viereck, in den Büchern steht aber was ganz anderes, sagten die anderen.
Alles Unsinn, werteten die Fach… mit dem Anspruch, dass ökonomische Theorien überhaupt nicht aufgehen brauchen.
Die Realität lehrt uns etwas anderes: Das echte Leben findet in der Praxis statt.
Was nutzen uns alles unsere innovativen sozialen Ziele, wenn die Wirtschaft, führend aus dem Management großer Konzerne, eine andere Handschrift diktiert?
Bildung ist Ländersache. Rahmenlehrpläne für Schulen, insbesondere Wirtschaftsgymnasien und Berufsschulen (Ausbildung der Kaufleute) werden von der Landesregierung vorgegeben. Die Lehre (Hochschulen) ist frei, aber Ministerien geben Forschungsprojekte in Auftrag. Heute schon gibt es Professoren, die Gemeinwohl unterrichten. Es spricht sich rum.

Wir müssen global denken, aber unser Spielfeld muss Europa sein, wollen wir morgen noch ein lebenswertes Leben führen.
Und hier noch etwas zur Schweiz, die eine Volksabstimmung zum BGE durchführt:
http://www.br.de/mediathek/video/nie-wieder-arbeiten-das-grundeinkommen-fuer-jeden-100.html

Werte in der Ökonomie für eine Globale Welt und das Magische Viereck
Das Zusammenspiel verschiedener Wirtschaftsfaktoren beeinflusst sich gegenseitig.
Die Ökonomielehre, also Volkswirtschaftlehre vertritt immer noch Werte, die sofort zum Kollaps der ganzen Erde führen würden, wenn man sie auf die ganze Welt global umgesetzten würde.
Wir haben ein Schneeballsystem, das nur solange funktioniert, solange es reiche Länder und arme Länder gibt. Momentan missbrauchen wir Armen Länder, die wir ausbeuten und benutzen können.

In der Lehre, Ausbildung und Politik für Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft (Ökonomie) müssen neue Werte formuliert werden:

1. Heute haben Unternehmen in unserer Marktwirtschaft das Ziel von Gewinnmaximierung. Das soll durch Gewinnoptimierung ersetzt werden. Gewinnoptimierung im Sinne von einem Gemeinwohl . Das Ziel eines Unternehmens soll optimal sein für alle Beteiligten: für Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Angehörige, Arbeitslose, die Umwelt, Europa, die ganze globale Welt mit allem, was sich auf ihr befindet. Gesetze und Verordnungen, die den Markt betreffen, sollen daran angepasst werden. Dazu soll ein Ratingsystem eingeführt (s. 2.).

2. Die Arbeitslosenquote soll aus dem Bewertungssystem eines Staates/de Länder herausgenommen werden. Die Arbeitslosenquote soll durch Lebensqualität ersetzt werden. Zu einer Bewertung müssen Faktoren wie Zeit, Gesundheit, Rechte, Familie, Bildung, Selbstbestimmung und Wohnumfeld mit herangezogen werden.
Wir Piraten setzen uns dafür ein, dass ein eigenes gemeinsames europaweites Ratingsystem nach dem Gemeinwohlprinzip die Lebensqualität bewertet. Die Kriterien sollen mit Bürgerbeteiligung öffentlich diskutiert und festgelegt werden. Politik und Verwaltung  sollen die Voraussetzungen dafür schaffen.
Die eigenen Ressourcen sind begrenzt. Der einzelne Mensch darf nicht als Humankapital dem Wertesystem des Geldes untergeordnet werden. Ein Recht auf Existenz und gesellschaftliche Teilhabe sowie selbstbestimmte Lebensführung ist von der Regierung anzustreben und zeitnah herbeizuführen.

3. Export und Import sollen ausgeglichen sein. Heute bringen wir durch unseren Export-Überschuss die anderen Länder ins Ungleichgewicht. Dann müssen dort dann unterstützend mitfinanzieren, sonst haben wir keinen Markt mehr. Wir sind keine Insel.
Aufbauländer sollen wenn immer das möglich ist, ihre eigenen Ressourcen selber nutzen können. Sie dürfen nicht ausgebeutet werden. Dazu gehören faire Preise und fairer Handel. Dazu müssen wir unser eigenes Konsumverhalten verändern. Nachhaltiges Konsumverhalten ist nur, was langfristig für die Welt gut ist. Der Verbraucherschutz soll gestärkt werden und ein Recht auf Aufklärung gesetzlich für alle Lebensbereiche verankert werden.
Die Regierung soll ein Bewusstsein für ein nachhaltiges Konsumverhalten mit fairen Preisen fördert und selbst voran geht.

4. Die Inflationsrate soll 1-1,5 % nicht überschreiten. Es soll angestrebt werden, dass sie dem Wirtschaftswachstum gleich ist. Die Angleichung soll in alle Lebensbereiche vordringen. Unser Finanz- und Steuersystem ist so neu zu ordnen, dass die Realwirtschaft gestärkt wird. Das soll auf Europa überragen werden.
Die Regierung soll ihre Finanz- und Steuerpolitik daraufhin ausrichtet.

5. Das Ziel eines ständig wachsenden Wirtschaftswachstums müssen wir aufgeben. Wirtschaftswachstum bedeutet eine ständig steigende Zusatzrate, gemessen als Bruttoinlandsprodukt (BIP). Der Bestandsschutz soll übergeordnet werden. Mehr Konsum bedeutet nicht mehr Lebensqualität. Wirtschaftswachstum darf nicht auf Kosten der Natur oder anderer Nationen gehen.
Unsere Ressourcen sind begrenzt: Global denken muss gefördert werden, wenn wir die Erde als lebenswerten Lebensraum erhalten wollen.
Die Regierung soll die Rückführung von privatwirtschaftlichen Tendenzen in auf Gemeinwohl ausgerichtete Unternehmensformen. wie z.B. Genossenschaften, fördern und vorantreiben.

6. Flache Hierarchien sind in Politik und Wirtschaft anzustreben. Das bedeutet Angleichung von Rechten und Pflichten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Beteiligungsmöglichkeiten sollen auszuweiten werden. Das kann erfolgen durch erweiterte Mitarbeiterschulung, Mitarbeiterentscheidungen und Mitarbeitererfolgsbeteiligungen. Einkommensunterschiede sind anzugleichen. Managergehälter sind zu begrenzen und zu den Einkommen ihren Arbeitnehmer in Beziehung zu setzen.
Die Gesellschaftsgruppen sollen sich schon in Ausbildung, Studium und Praktika mit den unterschiedlichen Perspektiven der anderen Bevölkerungsgruppen auseinandersetzen. Verständnis fördert ein gemeinsames Entscheidungsmanagement in Wirtschaft und Politik. Die Voraussetzungen dafür sollen Regierung und Landesregierungen im Bildungs-, Ausbildungssystem ermöglichen.
Flache Hierarchien und geringe Einkommens-Unterschiede sind Faktoren für sozialen Frieden, aber auch für Verwirklichung Persönlichkeitsrechten und selbstbestimmter Lebensführung.

Weiterführende Literatur:

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

http://www.gesetze-im-internet.de/gg/

 

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